Meine Umstellung auf Kraftstoffverbrauchsoptimierte Fahrweise

Durch eine berufliche Veränderung bin ich zum Pendler geworden und habe aktuell einen einfachen Arbeitsweg von 70 km, mein vorheriges Fahrzeug war zwar bereits ein Diesel, jedoch ein 6-Zylinder TDI aus dem VAG Konzern, der durchschnittlich etwa 7 l / 100km verbraucht hat.

Um meine laufenden Kraftstoffkosten zu reduzieren, bin ich neben einem Fahrzeugwechsel auch zu einer verbrauchsorientierten Fahrweise übergegangen, über die ich hier kurz berichten möchte.

Zunächsteinmal bin ich von einem 6-Zylinder auf einen 3-Zylinder Diesel umgestiegen, an dem Fahrzeug hat sich in etwa alles halbiert; Motorleistung, Fahrzeuggewicht, Fahrkomfort 😉 Doch da der Wagen zu 99% als Pendlerfahrzeug genutzt wird, konnte ich mich mit diversen Einschränkungen abfinden.

Doch das sparsamste Fahrzeug nützt nichts; wenn nicht auch Verbrauchsoptimierte Fahrweise konsequent umgesetzt wird. Möchten auch Sie Kraftstoff einsparen, so habe ich hier einiges an Hinweisen, die mehr oder weniger Praxistauglich sind, jedoch alle zu einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch führen.

Bremsen vermeiden wo immer es möglich

Durch das Benutzen der Betriebsbremse wird teuer erzeugte kinetische Energie unwiederbringlich in Wärme umgewandelt. Vorausschauende Fahrweise, Nutzung von Motorbremse und rollen lassen (soweit es die Verkehrslage zulässt), kann schon leicht der erste Liter Kraftstoff je 100km eingespart werden. Das rollen lassen ist hierbei die effizienteste Methode, ob an einem Gefälle oder beim heranrollen an eine rote Ampel. Stop&Go ist ein Spritfresser, bleiben Sie wo möglich in Bewegung, halten Sie ausreichend Abstand; gehen Sie sofort vom Gas wenn Sie bemerken das vor Ihnen fahrene Fahrzeuge langsamer werden oder bremsen müssen, kuppeln Sie schon min. 300m vor erreichen einer Ortschaft aus und lassen sich rollen, kuppeln Sie ein und lassen Sie die Motorbremse arbeiten falls Sie am Ortsschild noch zu schnell sind. Dies alles erspart ihnen bereits viele unnötige Bremsvorgänge. Ziel sollte sein, die Betriebsbremse nur als „Notbremse“ im Hinterkopf zu haben und so viele Bremsungen wie möglich durch weit vorausschauende Fahrweise zu vermeiden.

Fahren Sie immer im höchstmöglichen Gang

Vermeiden Sie hohe Drehzahlen! Finden Sie heraus, wie weit Sie die Drehzahl reduzieren können und ab wo der Motor anfängt zu rucken und zu bocken. Die meisten Diesel können im Stadtverkehr bereits im 5. gang bei etwas über 1000 U/min im Verkehr mitschwimmen, Benziner brauchen geringfügig mehr Drehzahl da sie etwas weniger Drehmoment haben. Beschleunigen Sie zügig auf die gewünschte Geschwindigkeit, das Fahrpedal sollte beim Beschleunigen nicht zu zaghaft bedient werden, schalten Sie die Gänge zügig durch und nutzen Sie das zur verfügung stehende Drehmoment bestmöglich aus, ohne dabei zu hohe Drehzahlen zu erreichen, ein Diesel kann problemlos zwischen 1200 – 2000 U/min gefahren werden.

Hohe Geschwindigkeiten vermeiden

Planen Sie wenn möglich immer genügend Zeit ein, ein Zeitpuffer von 20% kann helfen, jede Fahrt mit der Ruhe zu nehmen. Passen Sie Ihre Fahrweise dem Verkehrsaufkommen an, im Berufsverkehr kann es kontraproduktiv sein, mit 70-80 km/h auf der Landstraße unterwegs zu sein, bei wenig Verkehr ist dieses Tempo jedoch ideal um einen sehr niedrigen Kraftstoffverbrauch zu erzielen.

Auf der Autobahn kann man sich wunderbar an die Geschwindigkeit der LKW anlehnen, die meisten fahren 89 km/h, einige auch 85 km/h. Achten Sie aber darauf; nicht zum Verkehrshindernis zu werden! Wenn ein LKW hinter Ihnen schneller ist, dann erhöhen Sie die Geschwindigkeit etwas oder machen anderweitig Platz, z.B. indem Sie kurz über den nächsten Parkplatz fahren. Sie werden Sich keine Freunde machen, wenn Sie die Berufskraftfahrer blockieren. Idealerweise finden Sie einen LKW der 89 km/h fährt und folgen ihm mit ca. 50m Abstand. Aber: Verlassen Sie sich nicht auf den Tacho in ihrem Auto, fast alle PKW Tachometer zeigen 5-10 km/h zu viel an, Sie fahren also tatsächlich langsamer. LKW Tachos werden regelmäßig geeicht und sind relativ exakt, es macht also einen deutlichen Unterschied und Sie sollten damit rechnen, bei PKW Tacho 90 km/h evtl. doch ein Hindernis für LKW zu werden. Ein Navigationssystem bietet hier sehr viel genauere Geschwindigkeitsangaben, daran kann man sich i.d.R. gut orientieren.

Kurz gesagt, mehr als 100 km/h sind tabu wenn Sie wirklich ernsthaft sparsam fahren wollen.

Abstand halten

Fahren Sie nicht zu dicht auf. Es mag verlockend sein, im Windschatten hinter Transportern oder LKW zu fahren, denn hierdurch sinkt der Kraftstoffverbrauch natürlich beträchtlich. Jedoch sind hierfür Abstände von unter 25 Metern nötig und das ist in jeder Hinsicht eine dumme Idee. Zum einen ist es wahnsinnig gefährlich, da Sie kaum etwas sehen und schon gar nicht rechtzeitig reagieren können, zum anderen macht es das vorausschauende Fahren ebenfalls unmöglich und Sie müssen auf jedes Fahrmanöver des Vordermannes reagieren.

Also egal wie viel Sie dadurch sparen können, aus Sicherheitsgründen kann diese Methode keine Option sein. Der halbe Tachowert in Metern sollte immer mindestens Ihr Sicherheitsabstand sein.

Achten Sie auf das Gewicht

Beim rollen lassen macht es nicht viel aus, jedoch zählt beim Beschleunigen jedes kg. Misten Sie Ihr Fahrzeig aus, alles was nicht wirklich mit muß fliegt raus. Statt einem schweren vollwertigem Ersatzrad tut es in den meisten Fällen auch eine Dose Pannenspray. Machen Sie es zur Challenge, so viele Kilos wie möglich abzuwerfen. Auch unnötige Anbauteile wie Dachgepäckträger o.ä. sind nicht nur unnötiger Ballast, sondern erhöhen zusätzlich noch den Luftwiederstand. Apropos Luft…

Reifenluftdruck

Achten Sie auf den richtigen Luftdruck in Ihren Reifen. Dieser sollte mindestens den vom Hersteller empfohlenen Wert haben, wobei höherer Luftdruck den Rollwiderstand reduziert. Also, darf es ein wenig mehr sein? Ja, 0,2 – 0,3 Bar über Herstellervorgabe kann man machen, mehr sollte es aber nicht sein. Die Folge kann sonst ein ungleichmäßig abgefahrenes Profil bis hin zu Schäden am Reifen sein.

Kontrollieren Sie den Druck regelmäßig. Die offizielle Empfehlung, es bei jedem Tankvorgang zu Prüfen ist wohl etwas übertrieben, doch alle 6-8 Wochen sollte für jeden ein guter Kompromiss sein.